Digital Roadmap – Weg der Digitalisierung

Der Gesetzgeber sowie die Finanzverwaltung verfolgen die digitale Transformation und haben seit Jahren bereits etliche Weichenstellungen in diese Richtung vorgenommen. Dieser Trend, dass immer mehr Daten in digitaler Form erhoben werden, ist klar und unumkehrbar.

1999 ELSTER (elektronische Steuererklärung)

Bereits seit dem Jahr 1999 besteht mit offizieller Einführung des Elster-Verfahrens die Möglichkeit zur elektronischen Übermittlung der Einkommensteuererklärung.

2006 Veröffentlichung im Bundesanzeiger

Für Kapitalgesellschaften gilt bereits seit dem Geschäftsjahr 2006, dass der handelsrechtliche Jahresabschluss in elektronischer Form beim Bundesanzeiger eingereicht werden muss.

2013 E-Bilanz

Bereits seit dem Kalenderjahr 2013 ist die elektronische Übermittlung des Inhalts von Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen zwischen den Steuerberatern bzw. Unternehmen und der Finanzverwaltung verpflichtend.

2013 ELSTAM (elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale)

Die analoge Lohnsteuerkarte wurde mit der Einführung des Verfahrens zum elektronischen Abruf der Lohnsteuerabzugsmerkmale schon seit dem 1. Januar 2013 abgelöst.

2016 Datenübermittlung von dritter Seite / Belegvorhaltepflicht

Das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens vom 22. Juli 2016 ermöglicht die bessere Nutzung von dritter Seite übermittelten Daten.

Zur besseren Verständlichkeit einige Praxisbeispiele:

  • Lohnsteueranmeldungen vom Arbeitgeber
  • Beiträge an und von Sozialversicherungsträgern
  • Kapitalertragsteueranmeldung von Finanzinstituten
  • Elektronische Zuwendungsbestätigungen von spendensammelnden Organisationen
  • Beitragsdaten von Versicherungen

Die übermittelten Informationen gelten somit regelmäßig als Daten des Steuerpflichtigen selbst, so dass dieser auf eine eigenständige Deklaration verzichten kann. Damit zusammenhängend erfolgt der Wandel von der Belegvorlageverpflichtung zur Belegvorhaltepflicht. Dies bedeutet, dass die Unterlagen zur Steuererklärung erst nach Aufforderung des Finanzamtes eingereicht werden müssen.

2017 Vorausgefüllte Steuererklärung / Vollmachtsdatenbank / GINSTER (Grundinformationsdienst Steuer)

Die vorausgefüllte Steuererklärung ermöglicht den Abruf von steuerrelevanten Mandantendaten (u.a. übermittelte Daten von dritter Seite) bei der Finanzverwaltung. Der Datenabruf für die vorausgefüllte Steuererklärung und den geführten Steuerkonten sind nur nach erfolgter Registrierung in der Vollmachtsdatenbank der Steuerberaterkammern bzw. zukünftig im GINSTER der Finanzverwaltung und bei entsprechender Berechtigung möglich.

2017 Digitaler Finanzbericht

Der Jahresabschluss bzw. die Einnahmenüberschussrechnung sind die wesentlichsten Bewertungsgrundlagen der Banken und Sparkassen für die Vergabe von Fremdkapital. Dabei setzen die Finanzinstitute ebenfalls auf ein Verfahren zur elektronischen Übermittlung der Jahresabschlussdaten.

2018 Automationsgestützte Bearbeitung der Steuererklärung

Nachdem die steuerrelevanten Daten (u.a. E-Bilanz und Daten von dritter Seite) sowie die Steuererklärungen elektronisch an das Finanzamt übermittelt wurden, erfolgt eine automationsgestützte Bearbeitung unter Einsatz eines Risikomanagementsystems. Demnach führt das System einen Informationsabgleich durch, ob die Angaben in der Steuererklärung mit den vorliegenden Informationen der Steuerverwaltung übereinstimmen. Kommt es hier und bei der im Anschluss folgenden Verprobung zu keinem Widerspruch, kann ein vollständig automatisierter Steuerbescheid erlassen werden. Entdeckt das System eine Auffälligkeit, prüft der zuständigen Sachbearbeiter den Fall. Darüber hinaus kontrollieren die Mitarbeiter der Finanzämter turnusmäßig und stichprobenartig die Steuerfälle.

Umsetzung bis 2022 Elektronische Steuerbescheide / Verwaltungsakte

Bis zu diesem Jahr ist die zwingende elektronische Bekanntgabe von Steuerbescheiden und anderen Steuerverwaltungsakten über einen Online-Datenabruf geplant. Der authentifizierte Steuerberater erhält dann eine E-Mail, dass der entsprechende Steuerverwaltungsakt zur „Abholung“ bereit liegt.

Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Fragen und Antworten zum Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens gibt das Bundesministerium der Finanzen.